Autokauf?

Warum kauft sich jemand ein Auto?

Kauft man sich ein neues Auto, nur weil man Lust dazu hat? Im Autoland Deutschland wurde dieser Grund – zumindest bei den privaten Neuwagenkäufern – am häufigsten genannt.  Was die Deutschen noch antreibt, ein Auto zu kaufen, erklären wir in diesem Beitrag.

Martin Endlein

Was waren die Hintergründe für den Kauf Ihres aktuellen Fahrzeugs?

In unserem DAT-Report analysieren wir seit knapp 50 Jahren den Kaufprozess und das damit verbundene Informationsverhalten (Neudeutsch: die Customer-Journeybeim Autokauf. Seit einigen Jahren erfragen wir auch den Grund des Autokaufs – und damit den Schritt vor dem eigentlichen Kaufprozess.

Um ein solch komplexes Unterfangen einigermaßen abbilden zu können, geben wir in einer gestützten Abfrage („Was waren die Hintergründe für den Kauf Ihres aktuellen Fahrzeugs?“) zehn Gründe -“ vor.

  • Hatte einfach Lust auf ein neues Fahrzeug
  • Wollte ein wirtschaftlicheres Fahrzeug
  • Wollte ein zuverlässigeres Fahrzeug
  • (Neue) Berufliche Situation
  • Ersatzfahrzeug benötigt aufgrund von hohen Reparaturkosten (TÜV, Motorschaden, …)
  • Spontankauf / habe ein gutes Angebot erhalten
  • Wollte meinen (alten) Diesel loswerden
  • (Neue) Familiäre Situation (Kinder, Krankheit, …)
  • Habe vorher kein Fahrzeug besessen, brauchte jetzt aber eines
  • Ersatzfahrzeug benötigt aufgrund von Unfall (Totalschaden) / Diebstahl

Jeder Autokäufer hatte dann die Möglichkeit, mehrere Antworten zu geben. Wie immer im DAT-Report unterscheiden wir dabei die Neuund Gebrauchtwagenkäufer.

Einigkeit bei etwa 10% in beiden Gruppen herrscht vor bei den Themen „familiäre Situation“ und „Spontankauf/gutes Angebot“.

Das zeigt, dass sich während einer durchschnittlichen Haltedauer von 6,5 bis 7,5 Jahren bei vielen Autofahrern nicht nur die familiäre Situation ändert, sondern auch, dass es sie noch gibt, die spontanen Käufer. Angetriggert im Sinne des klassischen Reiz-Reaktions-Schemas wird durch einen Impuls ein Kauf ausgelöst. Wie gesagt, es sind nur 10%, aber es gibt sie.

Lust ausschlaggebender als Wirtschaftlichkeit

An dieser Stelle könnte man sich fragen, ob denn beim Autokauf dann die Mehrheit nur aus rationalen Gründen kauft. Die Antwort lautet: Nein. Der Autokauf bleibt emotional – aber mit einer großen rationalen Komponente. Man sieht das an den Top-3-Nennungen: Ganz vorn bei den Neuwagenkäufern stand beim letzten Kauf die Lust auf ein neues Auto. 33% gaben das bei der Befragung für den DAT-Report 2020 zu Protokoll. Und wenn man bedenkt, dass ein Neuwagen im Schnitt 33.580 Euro gekostet hat, ist das eine Lust, die man offenbar auch gerne bezahlt hat. An zweiter und dritter Stelle liegen die rationalen Komponenten „Wirtschaftlichkeit“ und „Zuverlässigkeit“ eines neuen Fahrzeugs.

Anders ist es bei den Gebrauchtwagenkäufern. Wer sich ein Fahrzeug aus zweiter (oder dritter) Hand angeschafft hat, der tat dies vor allem deshalb, weil er ein zuverlässigeres Fahrzeug brauchte (für 30% aller Gebrauchtwagenkäufer der wichtigste Grund). Das geht einher mit der Tatsache, dass sich ein Privatmann in der Regel dann von seinem Auto trennt, wenn es eben nicht (mehr) zuverlässig ist oder die Reparaturkosten immer höher werden. Letzteres war bei 17% der Gebrauchtwagenkäufer der Fall. In diesem Kontext steht auch die Antwortmöglichkeit „wirtschaftlicherer Pkw“, was immerhin 22% und damit gut jeder Fünfte angegeben hatte.

Neue Lebenssituation, neues Auto

Ganz ohne Emotionen geht aber auch der Gebrauchtwagenkauf nicht: 23% der Gebrauchtwagenkäufer hatten einfach nur Lust, sich ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen und fanden dann auf dem Gebrauchtwagenmarkt – also entweder beim Markenhändler, beim freien Händler oder auf dem Privatmarkt – das passende Fahrzeug.

Im letzten Boom-Jahr vor der Corona-Pandemie war noch ein weiterer Grund für 17% der Neu– und 11% der Gebrauchtwagenkäufer ausschlaggebend: die neue berufliche Situation. Zahlreiche Jobanfänger, Auszubildende, Jobwechsler etc. brauchten für ihre neue berufliche Situation ein Auto – weil entweder das Wohnen in der Nähe des Arbeitsplatzes nicht möglich war und somit das Pendeln als einzige Möglichkeit infrage kam, oder weil man die Flexibilität eines eigenen Pkw für die Ausübung des neuen Jobs brauchte. Wie sich diese Situation im Corona-Jahr 2020 entwickelt, ob sich die Nutzung des eigenen Pkw anders entwickelt hat, das wird sich zeigen.

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